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Tennisarm: Wenn der Ellenbogen bei jedem Griff protestiert

  • 24. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Juli



Kennst du dieses Gefühl?


Du hebst die Kaffeetasse oder gibst jemandem die Hand, und plötzlich zieht ein scharfer Schmerz an der Außenseite deines Ellenbogens. Vielleicht merkst du auch, dass dein Griff insgesamt schwächer geworden ist und alltägliche Bewegungen wie das Öffnen eines Schraubglases zur kleinen Herausforderung werden. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du hier genau richtig.



Was ist ein Tennisarm?


Ein Tennisarm, medizinisch Epicondylitis humeri radialis genannt, ist eine Reizung der Sehnenansätze der Unterarmstreckmuskulatur am äußeren Ellenbogenknochen. Diese Muskeln sind dafür verantwortlich, das Handgelenk und die Finger zu strecken, und werden bei vielen Alltagsbewegungen ständig beansprucht, etwa beim Greifen, Tippen oder Tragen.

Der Name Tennisarm ist dabei etwas irreführend, denn die allermeisten Betroffenen spielen gar kein Tennis. Viel häufiger entsteht die Reizung durch wiederholte, kleine Überlastungen im Alltag oder Beruf, etwa durch Arbeiten am Computer, handwerkliche Tätigkeiten oder repetitive Bewegungen, die über lange Zeit auf die Sehnenansätze einwirken.



Woran erkennst du einen Tennisarm?


Charakteristisch ist ein Schmerz an der äußeren Seite des Ellenbogens, der sich vor allem bei Greif- und Streckbewegungen der Hand verstärkt. Typische Auslöser im Alltag sind das Händeschütteln, das Tragen einer vollen Einkaufstasche, das Aufdrehen eines Wasserhahns oder das Tippen auf der Tastatur.


Viele Betroffene bemerken zudem eine deutlich verminderte Kraft im Griff, sodass selbst leichte Gegenstände plötzlich schwerer zu halten sind. Der Schmerz kann sich gelegentlich auch entlang des Unterarms ausbreiten. Drückt man gezielt auf den äußeren Ellenbogenknochen, ist dieser bei einem Tennisarm meist deutlich schmerzempfindlich, ein Hinweis, der bei der Abklärung gut weiterhilft.



Welche Ursachen begünstigen einen Tennisarm?


Die mit Abstand häufigste Ursache ist eine wiederholte, einseitige Überlastung der Unterarmstreckmuskulatur, sei es durch berufliche Tätigkeiten, häufige Bildschirmarbeit mit angespannter Hand auf der Maus, handwerkliche Arbeiten oder eben auch durch Sportarten wie Tennis. Entscheidend ist meist nicht eine einzelne intensive Belastung, sondern die Summe vieler kleiner, sich wiederholender Bewegungen über Wochen und Monate.


Eine ungünstige Technik bei bestimmten Bewegungen, etwa ein verkrampfter Griff oder eine fehlende Erholung der Muskulatur zwischen den Belastungen, begünstigt die Entstehung zusätzlich. Auch eine grundsätzlich schwache oder wenig trainierte Unterarmmuskulatur kann das Risiko erhöhen, da sie wiederholten Belastungen weniger gut entgegenwirken kann.



Was kannst du selbst tun?


In der akuten Phase hilft es, die auslösenden Bewegungen so weit wie möglich zu reduzieren, ohne den Arm dabei komplett ruhigzustellen. Kühlung kann den Schmerz und eine mögliche Reizung kurzfristig lindern, besonders direkt nach einer Belastung.

Achte im Alltag darauf, schwere Gegenstände möglichst mit gestrecktem statt abgewinkeltem Handgelenk zu greifen, und vermeide einen zu festen, verkrampften Griff, etwa bei der Computermaus oder beim Tragen von Taschen. Sanftes Dehnen der Unterarmstreckmuskulatur kann ebenfalls Linderung bringen, sollte aber nur im schmerzfreien Bereich erfolgen. Pausen zwischen wiederholenden Bewegungen geben der gereizten Sehne die Möglichkeit, sich zu erholen.



Wann zum Arzt, wann zur Physiotherapie?


Leichte Beschwerden, die erst seit kurzer Zeit bestehen, lassen sich häufig durch Schonung der auslösenden Bewegung und die genannten Selbsthilfemaßnahmen bereits deutlich verbessern. Halten die Schmerzen jedoch länger als ein bis zwei Wochen an, verschlimmern sie sich, oder schränken sie deinen Alltag zunehmend ein, ist eine physiotherapeutische oder ärztliche Abklärung sinnvoll.


Eine ärztliche Untersuchung ist ratsam, wenn der Schmerz plötzlich nach einer akuten Verletzung auftritt, eine deutliche Schwellung oder Rötung am Ellenbogen hinzukommt, oder sich ein Taubheitsgefühl beziehungsweise Kribbeln im Unterarm oder in der Hand zeigt. Solche Begleitsymptome können auf eine andere, zusätzliche Ursache hindeuten, die gesondert abgeklärt werden sollte.


Ein Tennisarm lässt sich in den allermeisten Fällen sehr gut konservativ behandeln, eine Operation ist nur in seltenen, langwierigen Fällen notwendig.



Wie hilft Physiotherapie bei einem Tennisarm?


In der Behandlung eines Tennisarms hat sich die Stoßwellentherapie als wirksame Methode etabliert, um den Heilungsprozess der gereizten Sehnenansätze gezielt anzuregen.


Ergänzend kommt häufig Manuelle Therapie zum Einsatz, um die Beweglichkeit von Ellenbogen und Handgelenk zu verbessern und umliegende Strukturen zu entlasten.


Auch Ultraschall wird gerne unterstützend eingesetzt, um die Durchblutung im betroffenen Gewebe zu fördern und den Heilungsprozess zu unterstützen.


Langfristig entscheidend ist der gezielte, dosierte Aufbau der Unterarmmuskulatur, denn nur eine belastbare Muskulatur kann den Sehnenansätzen die nötige Entlastung geben und ein erneutes Auftreten verhindern.


Wenn dich dein Ellenbogen schon länger begleitet und einfache Maßnahmen nicht mehr ausreichen, kann eine genaue Untersuchung sinnvoll sein. Im Zentrum moderner Physiotherapie in Stralsund schauen wir uns deine Beschwerden genau an und entwickeln einen Behandlungsplan, der zu deinem Alltag passt.




 
 
 

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